Buchpräsentation: Die badischen und württembergischen Landesministerien in der Zeit des Nationalsozialismus

Kommissionsmitglieder sowie Vertreter der Baden-Württemberg Stiftung und des MWK während der Pressekonferenz (v.l.n.r.: Prof. Dr. Christiane Kuller, Prof. Dr. Frank Engehausen, Dr. Andreas Weber, Ministerin Theresia Bauer, Prof. Dr. Wolfram Pyta, Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Dr. Denise Burgert) (Foto: Viktor Fichtenau)

Am 29. April 2019 wurde im Staatsarchiv Ludwigsburg nach über vier Jahren intensiver Forschungs- und Schreibarbeit die Abschlusspublikation des Forschungsprojekts „Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus“ der Presse und der Öffentlichkeit vorgestellt. Das von der Baden-Württemberg Stiftung finanzierte Projekt wurde 2014 von der baden-württembergischen Landesregierung initiiert und untersuchte die Rolle der südwestdeutschen Landesministerien während des Nationalsozialismus. Vor der öffentlichen Abendveranstaltung betonte die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer vor der Presse, dass der „verantwortungsvolle Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus […] elementar für unsere gesellschaftliche Identität wie auch für die politische Kultur [ist]. Für die Landesregierung ist dieses anspruchsvolle Forschungsprojekt von immenser Bedeutung, denn hier wird die Rolle der institutionellen Vorgänger unserer heutigen Landesministerien systematisch untersucht und historisch bewertet. Das Land macht sich damit ehrlich vor seiner Geschichte und bekennt sich zur bleibenden historischen Verantwortung seiner Institutionen“. Der Stuttgarter Historiker und Kommissionsmitglied Prof. Dr. Wolfram Pyta stellte zugleich auch das zentrale Ergebnis des Forschungsprojekts heraus, dass die südwestdeutsche Ministerialbeamtenschaft von hoher Anpassungsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit an den Nationalsozialismus gekennzeichnet war. Die Buchvorstellung wurde durch einen öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Martin Sabrow (Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam) über die Vergangenheitsaufarbeitung abgeschlossen.

Prof. Dr. Martin Sabrow (Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam) während seines Vortrags zur „Vergangenheitsaufarbeitung. Wohl und Wehe eines Paradigmas“ (Foto: Viktor Fichtenau)

Unser Forschungsprojekt knüpft nun an die Ergebnisse des vorgestellten Projekts an und nimmt die unmittelbare Nachkriegszeit in den Vorgängerländern Baden-Württembergs für den Zeitraum zwischen 1945 und 1952 in den Blick. Während das Projekt zwar an bereits abgeschlossene sowie laufende behördengeschichtliche Forschungen anknüpft, setzt es dennoch eigene Akzente: „Wir wollen untersuchen, wie die Kontinuitäten ermöglicht wurden und welche Folgen sie für die Opfer des Nationalsozialismus hatten, und es soll aufgezeigt werden, wie die südwestdeutschen Landesregierungen im Umgang mit der NS-Vergangenheit eigene Handlungsspielräume nutzten, die sich ihnen im Übergang von der alliierten Besatzungsherrschaft zur Gründung der Bundesrepublik boten“, so der Heidelberger Historiker Prof. Dr. Edgar Wolfrum während der Pressekonferenz.

Weiterführende Informationen und Presseberichte:
Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 29. April 2019: Publikation „Die Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus“ vorgestellt

Berichterstattung von SWR-Aktuell: Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Rolle der Landesministerien in NS-Zeit wurde unterschätzt

Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung: Hilfe der Landesministerien für NS-Regime unterschätzt



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